Zahnen - wer leidet mehr?

"Nun lach doch mal!" oder "Zeig doch mal die Zähnchen!" sind DIE zwei Sätze, die sich meine kleine Tochter in den letzten Tagen wohl am meisten anhören musste. Mit Spannung aber auch mit Weinen und dicken Ringen unter den Augen erwarten wir die ersten Zähnchen. Ich weiß nicht genau, wer in den letzten Tagen mehr gelitten hat? Sie oder ich?

Woran hab ich das Zahnen bemerkt?

So wie auf dem Bild habe ich meine Tochter zuletzt täglich erlebt. Erst habe ich das ewige Quängeln, die nächtlichen Weinanfälle und die Essensverweigerung auf den nächsten Entwicklungsschub geschoben - jedes Mal der klägliche Versuch, einen Grund für die Unruhe zu finden. Auch der extrem wunde Po und das viele Käckern hat mich noch nicht auf die richtige Fährte gebracht. Erst als ich dann doch einmal etwas genauer in den Mund luscherte, habe ich unten zwei kleine Schlitze im Zahnfleisch entdeckt, die verdächtig nach bevorstehenden Zahnen aussahen.

 

Ok, dachte ich. Da haben wir wohl die Erklärung für meine Verzweiflung. Oder die meine Tochter? Ich war mir nicht sicher, wer hier in den letzten Tagen eigentlich mehr gelitten hat. Sie, weil sie wahrscheinlich Schmerzen beim Essen, Trinken, Schlafen, Kauen, einfach beim Dasein hatte oder ich, die krampfhaft versuchte, es meiner Tochter Recht zu machen. Sie fast nur noch auf dem Arm trug und so starke Rückenschmerzen in Kauf nahm. Sie ständig an die Brust anlegte, um sie zu beruhigen. Den wunden Po mit allen erdenklichen Tricks versorgte oder des Nachts alle 30 Minuten zu ihr lief, um ihr den Schnuller zu geben, sie auf den Arm zu nehmen oder sie wieder in den Schlaf zu streicheln. Nicht zu vergessen: das "Beißen" in die Brustwarze beim Stillen. Aua! Sie tat mir sehr leid, ich mir aber auch irgendwie. Ich war ja diejenige, welche die Bürde zu tragen hatte, die Bedürfnisse meines Kindes in diesen Momenten zu verstehen. Schreit sie jetzt, weil sie Hunger hat, müde ist, beschäftigt werden will oder doch wegen den Zahnschmerzen? 

Was habe ich gegen die Symptome des Zahnens unternommen?

Schlimm war der wunde Po. Er war so Feuerrot, dass er farblich einer Tomate in Nichts nachstand. Und ohne hier ins Detail gehen zu wollen, aber es gab zum Teil auch einige offene Stellen, die mir dann doch etwas Angst machten. Normale Wundcreme hat hier schon nichts mehr ausrichten können.

Heilerde

Heilerde gegen wunden Po
Quelle: wikipedia.org

Ich versuchte es daher mit einigen natürlichen Hilfsmitteln, wie angerührte Heilerde mit Calendula-Tropfen (Geheimtipp meiner Hebamme). Man bekommt sie in der Apotheke oder auch in der Drogerie und rührt sie mit Wasser und/oder Calendula-Tropfen an. Kleiner Nebeneffekt: man kann sie auch für eine Gesichtsmaske verwenden. 

Die Heilerde hatte zumindest in den ersten Lebenswochen geholfen, als meine Tochter schon einmal an wundem Po litt. Aber dieses Mal war leider kein Unterschied zu merken.

Daneben habe ich versucht sie so oft es ging, frei strampeln zu lassen. Also nackig mit einer Unterlage unterm Popo. 

Heilwolle

Heilwolle für wunden Po

Nach der Heilerde versuchte ich es mit Heilwolle - ja, richtig: Schafwolle soll eine heilende Wirkung haben. Wohl auf Grund des natürlich Fettanteils in der Wolle. Man kann sie in der Apotheke kaufen, macht dann, wie bei einem Beutel Watte, ein Stück Wolle ab und legt es vorsichtig auf den Po. Windel zu und gut! Aber leider hat auch dies bei uns nicht funktioniert. Der wunde Po war einfach hartnäckig.

Salbe

Im Endeffekt war mein letzter Strohhalm die Salbe "Infecto Soor", welche ich früher schon für ihren Windelpilz benutzt hatte. Und siehe da: es half. Ob es jetzt wirklich ein Pilz war oder vielleicht auch der hohe Zinkanteil der Salbe ihr Übriges taten. Keine Ahnung. Ich war einfach nur froh, dass es besser wurde. 

Und sonst noch?

Ansonsten habe ich es mit viel Ablenkung und Liebe versucht. Zum Schlafen schmiere ich ihr oben und unten Dentinox-Gel auf das Zahnfleisch. Außerdem gebe ich ihr bei Bedarf Osanit Globuli. Mit dem Mantra "Es ist nur eine Phase!" versuche ich die Tage zu überstehen ohne dass ich Abends extrem genervt bin und darunter sowohl mein Mann als auch meine große Tochter leiden müssen.

Nach einigen unruhigen Nächten am Stück ist es doch nicht zu viel verlangt, wieder eine Mütze Schlaf zu bekommen. Für meine Tochter UND mich. Denn klar ist ja nun: wie leiden beide!

Wie lange dauert das Zahnen jetzt?

Äh...keine Ahnung. Ewig! Nach 2 Wochen ist immer noch kein Zähnchen zu sehen. Die pure Enttäuschung! Alles ist dick aber nix da. Kein Zahn! dafür fängt ihr Po jetzt wieder an, in seinem Rot-Grad einen neuen Rekord zu brechen. Scheinbar schieben die Zähne also wieder eine Runde nach oben. Ich bin gespannt!

 

Wie habt ihr das Zahnen eurer Babys erlebt? Gibt es weitere Tipps das Ganze besser zu überstehen?


Kommentar schreiben

Kommentare: 0